Nestus und Nuria, eine Zwergenkurzgeschichte

Nestus und Nuria
eine Zwergen-Kurzgeschichte
„Nuria, lauf nicht in den Wald!“, rief die Mutter. „Ich will aber!“, meinte Nuria. Die Mutter erwiderte: „Alleine gehst Du mir nicht in den Wald, dafür bist Du noch zu klein.“
Großmutter mischte sich ein und entgegnete: „Lass Nuria gehen. Wie Du und Deine Schwester noch Kinder wart, Ihr seid oft den ganzen Tag im Wald gewesen und Abends wieder heim gekommen. Und wenn Nuria groß ist, wird sie ihren eigenen Weg gehen.so viel ist fix. Du kannst sie nicht ewig beschützen.“ Also gab die Mutter doch das Okay, aber Nuria musste versprechen, bei Einbruch der Dunkelheit wieder zurück zu sein.
Freudig lief Nuria in den Wald. Eine Zeit lang folgte sie dem Waldweg. Doch dann sah sie abseits des Weges einen Höhleneingang. Neugierig nahm Nuria die Abweichung vom sicheren Waldweg in Kauf.
Nun stand das Mädchen vor dem Höhleneingang. „Ah, ein Menschenkind!“, rief eine piepsige Stimme aus der Höhle. Nuria erschrak. „We… we… wer ist da?“, stammelte sie. Niemand antwortete. Vorsichtig ging sie weiter. „War das eine sprechende Maus?“, fragte sie sich und musste lachen.
Der Weg begann, enger zu werden. Obwohl sie noch recht klein war, musste Nuria auf allen Vieren in die Höhle kriechen. „Hallo sprechendes Mäuschen, wo bist du!?“, rief sie lachend und es hallte.
„Halt! Nicht weiter kriechen, Menschenkind.“, hörte Nuria erneut die Stimme. Sie setzte sich auf den Boden und wartete ab, was nun geschehen sollte. Da tauchte ein Männchen auf und sagte: „Grüß Dich. Ich bin Zwerg Nestus. Dies ist ein Zwergenhaus. Wärest Du weiter gekrabbelt, wärest Du in unsere Privaträume gekommen. Die zeige ich Dir allerdings erst, wenn wir uns besser kennen. „Zwerg? Mama meinte einmal, Zwerge, Feen und Elfen gibts gar nicht, nur im Märchen.“ Nestus meinte seufzend: „Viele Erwachsene haben den Zugang zur Natur verloren. Sie halten nur das für wahr, wass sie sehen, und wissenschaftlich begründen können. Wenn ich Dir einen Rat geben darf, bewahre Dir stets ein Stück Kindheit, auch wenn Du bereits erwachsen bist.“ „Danke, Nestus, das mache ich. Ich bin übrigens Nuria.“ „Oh, was für ein schöner Name!“, rief Nestus.
Für heute war die Zeit des Abschieds gekommen. Nuria versprach, wieder zu kommen. Nestus überreichte ihr ein Säckchen. „Grabe diese 4 Kartoffeln im Garten ein. Eine im Osten, die Zweite im Westen, Nr. 3 im Süden, und Nr. 4 im Norden.“ Nuria bedankte sich artig, verabschiedete sich und kehrte um.
Zuhause angekommen zeigte Nuria der Mutter sogleich die Kartoffeln. Am nächsten Morgen gruben Mutter und Tochter sie ein.
Die Kartoffeln verwandelten den Garten. Blumen und Pflanzen blühten üppiger, und die Obstbäume/Sträucher trugen so viele Früchte, wie nie zuvor. Einen Teil davon konnte die Mutter sogar am Markt verkaufen, und zu Marmeladen verarbeiten. Dies sicherte Mutter und Tochter ein zusätzliches Einkommen. Sie hatten es gut, waren sie doch stets unter dem Schutz der Naturwesen.
11.06.2019

Alternativ auf Soundcloud

1 Kommentar zu „Nestus und Nuria, eine Zwergenkurzgeschichte“

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