Geschichte für die a.b.c-Etüden – eine Hexe und ihr Wunsch nach moderner Fortbewegung

Link zu Christianes Schreibeinladung.

3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.

Diesmal sind es die Begriffe:

Teppich

gläsern

flattern

Hexe Lindruna hatte es satt, ständig mit dem Besen durch die Gegend zu fliegen. Ja, sie wollte eine moderne Fortbewegungsmöglichkeit in der Luft.

Draußen vor ihrem Hexenhaus hörte sie im Zauberwald ein flattern. Schließlich klopfte jemand ans Fenster. Lindruna öffnete. Eine kleine Elfe kam herein. Diese wirkte zart und zerbrechlich, ja, fast gläsern.

„Du hast nach mir geschickt, liebe Lindruna?“, fragte die Elfe und nahm auf ihrer Hand Platz. Lindruna nickte und meinte: „Ja, meine Liebe. Hör Dich mal im Wald unter den Waldgeistern um, und sammle für mich Ideen, wie ich meine Art zu reisen und zu fliegen modernisieren könnte.“

„Liebe Herrin der Magie“, begann die Elfe, „umhören ist nicht mehr notwendig, denn ich habe selbst eine Idee.“

Lindruna horchte auf und sprach: „Nun denn, verrate es mir, bitte.“

„Tief im Wald leben die magischen Weberinnen. Dies sind Feen, welche ganz besondere Werke herstellen.“

„Hach, warum bin ich denn nicht früher drauf gekommen? Ja klar, ein fliegender Teppich ist für eine Hexe schon etwas sehr Modernes. Bitte fliege hin, und gib einen Teppich für mich in Auftrag. Er soll bunt, in allen Farben des Regenbogens sein. Und am Rand sollen lauter Glöckchen angebracht werden, sodass es unüberhörbar ist, wenn ich unterwegs bin.“

Gesagt, getan. Die Elfe flog zu den magischen Weberinnen, gab einen fliegenden Teppich in Auftrag, so wie ihn sich die Hexe vorstellte, und bald schon konnte Hexe Lindruna ihren alten, faden Besen gegen einen neuen, modernen und bunten fliegenden Teppich eintauschen

244 Wörter.

a.b.c-Etüde Auszeit mit Freundinnen

Christiane lädt auch 2020 wieder zu den a.b.c-Etüden ein. Hier geht es zur aktuellen Schreibeinladung. Drei Begriffe in maximal 300 Wörtern.

Diesmal sind die Begriffe: Skiurlaub,

mickrig,

kommandieren

zu verwenden.

Helena freute sich. In diesem Winter würde sie das erste Mal, ohne Kinder und Mann wegfahren. Nur sie, und ihre Freundinnen Lisa und Tanja.

Viel zu oft ließ sie sich von ihrem Mann und den beiden Kindern herum kommandieren. „Tu dies, tu das, tu jenes.“. Aber mal selbst im Haushalt Hand anzulegen, daran dachte niemand. „Die sollen nur mal merken, was sie an mir haben. Eine ganze Woche müssen sie ohne mich zurecht kommen.“ Ein schadenfreudiges Lachen entfuhr ihr.

Die Auszeit mit Freundinnen, der gemeinsame Skiurlaub hatte begonnen. Das Skigebiet bot ein herrliches Ambiente, bei Kaiserwetter. Anfangs fühlte sich Helena noch ausgelaugt und mickrig, doch in dieser Woche konnte sie es sich so richtig gut gehen lassen, und Energie tanken.

Am Ende war Helenas Familie froh, als sie wieder nach Hause kam und sie sagten: „Jetzt, in der Woche Deiner Abwesenheit ist uns erst so richtig bewusst geworden, was Du jeden Tag für uns leistest.“

In Zukunft war alles anders. Die Zeit, wo sich Helena alleine durch den Haushalt arbeiten musste, und herum kommandiert wurde, war vorbei. Jetzt half die ganze Familie mit. Eines Tages sagte Helena: „Ich danke Euch! Ich habe die beste Familie der Welt!“

Geschichte bestehend aus 196 Wörtern.

Waldbeeren als Seelennahrung oder der strenge Förster – Geschichte für die A.B.C Etüden

Die nachfolgende Geschichte ist für die a.b.c-Etüden von Christiane. 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern. Die Begriffe diesmal lauten:

Verzweiflungstat, ambivalent, hingeben.

Meine Geschichte besteht aus 294 Wörtern.

Emilia joggte durch den Wald. Langsam wandelte sich die Natur in den Herbst. Emilia’s Beziehung zur Natur war ambivalent. Einerseits liebte sie den Frühling und den Sommer, wo alles blühte, und es warm war, und andererseits verabscheute sie die Dunklen und kalten Jahreszeiten. Regelmäßig verfiel sie in eine Winterdepression, konnte sich in diesen Monaten zu nichts aufraffen. Alles ging dann so schwer von der Hand.

An einer Lichtung fand sie noch einen Hauch von Sommer, viele saftige Waldbeeren. „Mist! Nun habe ich nichts mit, um die Beeren einzusammeln. Ich muss wieder hierher.“

Am nächsten Morgen brach Emilia erneut auf. Erwartungsvoll, mit einer kindlichen Freude, lief Emilia durch den Wald, bis sie an jener Lichtung anlangte. Sie pflückte und pflückte.

Plötzlich rief eine Männerstimme hinter ihr: „Lassen Sie das!“ Erschrocken blickte Emilia sich um. Ein Mann stand hinter ihr und funkelte sie an. „Guten Tag! Was habe ich falsch gemacht? Ich wollte doch nur Beeren pflücken, als Seelennahrung für den Winter.“ Der Mann funkelte weiter böse und sagte: „Sie gierige Person! Sehen Sie es nicht? Sie haben die Beerenlichtung kahl geplündert. Nun ist fast nichts mehr da, damit die Tiere des Waldes noch Nahrung für dem langen, kalten Winter finden können!“ Emilia erschrak. Tatsächlich war kaum mehr was übrig. „Entschuldigung, es… es… es war eine Verzweiflungstat. Ich mag die kalte Jahreszeit nicht.“, stammelte sie. „Diese Egoisten und ihre faulen Ausreden!“, grummelte der Förster. „Nichts für Ungut, das nächste Mal pflücke ich weniger.“, sagte Emilia peinlich berührt, nahm das Gefäß mit den Beeren und lief schnellstmöglich nach Hause.

Ein Teil der Beeren wurde zu Marmelade verarbeitet, den anderen Teil fror sie einstweilen ein.

In jedem Fall ließ es sich den kommenden Winter besser aushalten. Mit den Beeren konnte sie sich stets dem Geschmack des Sommers hingeben.

Die Verzauberten Kostüme – Geschichte für die a.b.c-Etüden

Mit der nachfolgenden Geschichte, bestehend aus 294 Wörtern, beteilige ich mich an den a.b.c-Etüden von Christiane. Drei vorgegebene Begriffe sollen in maximal 300 Wörtern untergebracht werden. Die Begriffe diesmal sind:

Froschkönig

trüb

helfen,

und eine Wortspende von Viola und ihrem Blog Viola-et-cetera.

Lea’s Wunsch für ihren 10. Geburtstag, eine Kostümparty.

Lea ging mit ihren Eltern Kostüme aussuchen. Lea wählte ein Elfenkostüm. Vater entschied, sich als Froschkönig zu verkleiden. Mutter wählte ein Hexenkostüm.

Zuhause probierten sie nochmals die Kostüme. Zufrieden küsste Mutter ihren Prinzen, aber auweia! Vater verwandelte sich plötzlich in einen Frosch.

„Oh nein, Papi, ein Frosch! Du bist wirklich Hexe Mami!“

„Quak! Ich brauche Wasser!“

Ein erneuter Kuss machte die Verwandlung leider nicht rückgängig, was Mutter und Tochter inständig hofften.

„Ich nehme Papi mit, setze ihn in den Teich im Wald und hole Hilfe.“

„Wer sollte uns helfen Lea?“

„Vielleicht eine Waldfee.“

„Versuche Dein Bestes.“

Lea musste nicht weit laufen, da war schon ein Teich. Der Himmel war trüb, als wolle er im nächsten Augenblick zu weinen beginnen. Vorsichtig setzte sie ihren Vater ins klare Wasser, und lief dann tiefer in den Wald.

Lea kam zu einem Waldhäuschen. Sie klopfte.

„Wer da?“

„Ich bins, Lea, und brauche Hilfe!“

Die Türe öffnete sich. Da stand eine Frau, deren Aussehen einer Hexe ähnelte.

„Ich bin Vanessa Wackelzahn. Was brauchst Du?“

Lea erzählte, was geschehen war. Die Hexe lachte.

„Ich habe letztes Halloween viele Kostüme dieses Ladens mit einem Zauber belegt, unter anderem das Hexen- und das Froschkönigkostüm.“

„Gib mir meinen Papi zurück!“

„Nur, wenn ich Dich als Elfe, und Gehilfin behalten darf.“

Lea nickte, hatte im Hinterkopf jedoch einen Plan.

Vanessa Wackelzahn und Lea gingen zum Teich. Da lugte schon der Vater heraus. Vanessa Wackelzahn stieg hinein und küsste ihn. Augenblicklich war er erlöst, stieg als hochgewachsener Mann aus dem Teich.

Ehe die Hexe heraus konnte, sprang Lea hinein, drückte sie unter Wasser, bis von ihr kein Laut mehr zu hören war.

Mit dem Tode der Hexe erloschen alle Zauber, die sie an den Kostümen vorgenommen hatte.

Ein ewiges Geheimnis – Beitrag für die a.b.c-Etüden

Mit der nachfolgenden Geschichte, bestehend aus 294 Wörtern, beteilige ich mich wieder an den a.b.c.Etüden von Christiane. Drei Begriffe in maximal 300 Wörtern.

Die Begriffe lauten diesmal:

Abweichung, unabwendbar, verengen, und wurden gespendet von Werner Kastens und seinem Blog „mit Worten Gedanken horten“.

Sie lief rastlos durch den Wald, sog die Waldluft tief in sich ein.
Bei jedem Gedanken an die Arbeit, bzw. an die damit verbundenen Veränderungen, begann sich ihre Herzgegend zu verengen. Dabei könnte sie doch in der neuen Abteilung, als Vorgesetzte, mit ihrer Angenehmen Art so viel erreichen. Die Abweichung zwischen ihrem jetzigen Gehalt, und dem Zukünftigen Lohn als Chefin ist auch nicht zu vernachlässigen. Sie könnte sich so viel mehr leisten. Aber Marc war das Problem, ein gut aussehender Mann und Arbeitskollege. Sie hatte sich in ihn verknallt. Er wusste davon nichts. Wenn sie in die Chefetage wechseln würde, wäre die Zusammenarbeit mit ihm vorbei, und sie bekäme ihn nur noch selten zu Gesicht. So lief sie rastlos weiter und weiter.
„Halt! Stehen bleiben!“, rief eine Stimme hinter ihr. sie blieb stehen und drehte sich um. Da stand er, als hätte er geahnt, dass sie sich genau jetzt in diesem Wald aufhielt.
„Oh, sie sind‘s, Frau Arbeitskollegin. Ich habe sie von hinten nicht genau erkannt. Gut, dass Sie stehengeblieben sind. Ansonsten wäre ein Sturz in das Loch im Boden vor Ihnen unabwendbar gewesen.“
Erst jetzt sah sie den Abgrund vor sich. „Puh!“, rief sie aus und ließ sich auf einem Stein nieder. „Warum sind Sie denn wie blind durch den Wald gerast?“, fragte Marc. „Ich bin rastlos, nervös. Sie haben es wahrscheinlich schon gehört. Ich soll in die Chefetage.“ „Ja, habe ich gehört. Kopf hoch, Sie schaffen das!“
Sie kamen beide ein Bisschen ins Gespräch. Marc erzählte ihr von seiner Frau und den Kindern. Sie ließ sich ihre Enttäuschung nicht anmerken. Nun sah sie ein, dass es besser war, in die Chefetage zu wechseln. Sie wollte Marc schnellstmöglich vergessen. Er würde niemals etwas von ihren Gefühlen erfahren. Es sollte ein ewiges Geheimnis bleiben.