Ein Baum namens George

Ein Baum namens George

Wie so oft stand sie im Garten bei dem Baum, den sie so gern hatte.

Auf eine meditative Art und Weise praktizierte sie eine sehr innige Verbindung zur Natur, und eben dieser Baum war für sie ein guter Freund geworden.

Ihre Hände lagen sanft auf dem Baumstamm. In Gedanken fragte sie den Baum: „Wie heißt Du eigentlich?“

Die Verbindung zwischen Baum und Mensch war innig, und die Kommunikation funktionierte gut.

Kurz nach ihrer Fragestellung hatte sie auch schon einen Namen im Kopf: „George“

„Wieso gerade George?“, fragte sie sich.

In der Wohnung suchte sie im Internet nach der Herkunft und Bedeutung des Namens. George/Georg kommt aus dem Griechischen, Georgios, was soviel wie Landwirt oder Erdbearbeiter bedeutet.

Nun leuchtete es ihr ein. Von ihrem Baumfreund George ging immer eine besondere Energie aus, so etwas Erhabenes, aber nicht hochmütig, eine weise und liebevolle Kraft strahlte er aus.

Er als ein Baum war stets mit Mutter Erde über die Wurzeln verbunden. Über die Wurzeln teilte er die wunderbare Lebensenergie von Mutter Erde mit den anderen Bäumen im Garten.

Von oben, von Vater Sonne kam über seine Krone Sonnenlicht in seinen Stamm. Ein Teil der Sonnenenergie wurde wieder an die anderen Bäume unterirdisch über die Wurzeln verteilt, und der zweite Teil floss über seine Wurzeln ab zu Mutter Erde.

George war also Erdarbeiter, indem er alle anderen Bäume mit Lebensenergie versorgte.

In jedem Fall schien ihr der Name George für ihn passend, da er so was wie eine leitende Funktion hatte. Auch sie durfte stets ihre leeren Akkus wieder bei ihm aufladen. Im Austausch dafür durfte George ihre Liebe in sich aufnehmen, ihre Liebe zur Natur, gepaart mit ihrer Energie der Dankbarkeit.

Das war die Geschichte über eine, etwas andere Freundschaft.

21.02.2019

Prinzessin Glöckchenhell und die Herzenslicht-Libelle – eine Feengeschichte

Prinzessin Glöckchenhell und die Herzenslicht-Libelle

eine Feengeschichte

Es war einmal eine kleine Prinzessin. Wegen ihrer Stimme wart sie von allen stets „Prinzessin Glöckchenhell“ genannt. Und sie hatte auch sonst ein lichtvolles, herzliches Wesen, wie eine Fee eben.

Prinzessin Glöckchenhell liebte ihren Garten, mit all seiner Blumenpracht. Jeder lichtvolle Gedanke, den Prinzessin Glöckchenhell aussendete, manifestierte sich als Blume. Sie alleine hatte also diesen Garten angelegt, an dessen Rand 4 Bäume gepflanzt waren. Diese Wächterbäume trugen die Namen: „Liebe, Dankbarkeit, Hoffnung und Zuversicht. Sie vermittelten Stabilität und Geborgenheit.

Inmitten des Gartens war ein Teich, mit Seerosen. Prinzessin Glöckchenhell saß oft dort in der Sonne, die sich im klaren Wasser des Teiches spiegelte.

An einem schönen Sommertag, nachdem Prinzessin Glöckchenhell voller Freude durch den Gartenhüpfte, ließ sie sich wieder beim Teich, mit den Seerosen nieder. Da sah sie auf einem Seerosenblatt eine Libelle sitzen. Sanft winkte die Prinzessin der Libelle zu, und sogleich erhob sie sich majestätisch, flog auf die Prinzessin zu und nahm auf ihrer Hand platz.

„Wer bist Du?“, wollte die Prinzessin wissen. „Ich? Ich bin eine Libelle, genauer gesagt eine Herzenslicht-Libelle. Du hast mich aus Deinem Herzen, aus dem Licht Deiner Freude heraus erschaffen. Ich bin manifestierte Freude und Leichtigkeit.“ „Oh!“, hauchte Prinzessin Glöckchenhell und fügte hinzu: „Sei willkommen. Mögen der Teich und die Seerosen ein schönes Zuhause für Dich sein.“

Das war die Geschichte von Prinzessin Glöckchenhell und der Herzenslicht-Libelle.

15.02.2019

© by Jacqueline Knapp-Heberling

Wintertraum und der Gerettete Tannenbaum

Wintertraum und der Gerettete Tannenbaum


Mitten im Wald steht
ein Tannenbaum,
um ihn herum
ein Wintertraum.
Alles weiß,
nur Schnee und Eis.
Es ist still und kalt,
im Winterwald.
Der Tannenbaum hört,
wie Schritte näher kommen,
außerdem hat er leise
Stimmen vernommen.
„Oh, was wird geschehen?
Werde ich bald nicht mehr
in diesem schönen Walde stehen?“
Hier ein Rufen,
da ein Raunen,
es sind Kinder,
voller Staunen.
Die Tanne,
mit weißem Schnee bedeckt,
wünscht sich,
sie wär jetzt
ganz versteckt.
„Papi, Papi,
schau mal hier,
diesen Christbaum
wollen wir!“
So ruft eines der Kinder
hoch erfreut,
hat für den Tannenbaum
die letzte Stund geschlagen heut?
Eltern und Kinder
um den Baum sich scharen,
doch dann will ein Waldbewohner
den Baum vor seinem Tod bewahren.
Da ist ein Reh,
läuft leis und flink
durch den Schnee.
Es kann mit seiner Erscheinung
auf sich die Aufmerksamkeit
der Kinder lenken,
und so der Tanne
ein Weiterleben
in Freiheit schenken.


18.12.2018

Der kleine Vampir und das falsche Blut – eine Halloweengeschichte

Der kleine Vampir und das falsche Blut


In der Halloweennacht: Ein kleiner Vampir schleicht durch die Straßen. Er bemerkt, wie ein Lieferwagen, ein LKW vor einem Supermarkt hält.
Schnell zieht er sich seinen Zauberumhang über, sodass er fliegen, und unsichtbar dem Lieferanten folgen kann.
„Ob es bei den Menschen auch Blut in Dosen oder Tetrapack zu kaufen gibt, wie in Vampiro Island?“, dachte der kleine Vampir bei sich. Denn er wollte keinesfalls für Aufsehen sorgen.
So glitt er leicht und frei durch die Luft und folgte dem Lieferanten in den menschenleeren Supermarkt. Bei der Fülle an Sachen, die da in den Regalen lagen und standen, war der Lieferant unwichtig geworden.
Schließlich kam der Vampir zu einem Regal mit Glasflaschen. Die Buchstaben der Menschen konnte er nicht lesen. Aber da, er jauchtzte schaurig auf und rief: „Bluuuuut! Bluuuut! leckeres Bluuuut!“ Er nahm zwei Flaschen und steckte sie in seine Umhangtaschen. Dann machte er sich aus dem Staub.
Draußen setzte der kleine Vampir sich auf eine Gehsteigkante, holte eine der Flaschen raus, öffnet sie und schlürft hungrig los. „Hm, seltsam, schmeckt gar nicht wie Blut! Was für ein Betrug!
Wütend flog er wieder zum Supermarkt zurück und erwischte gerade noch den Lieferanten, der soeben mit dem leeren LKW wegfahren wollte. Der Vampir zog seinen Umhang aus, sodass der Mann ihn sehen konnte und rief: „Hallo! Bitte warten Sie!“ Der Mann stieg nochmals aus dem Fahrzeug, kam auf den Vampir zu und antwortete: „Na, kleiner Mann? Noch unterwegs, im Halloween-Kostüm?“ Der kleine Vampir funkelte den Mann böse an und meinte: „Ich bin ein echter Vampir! Ich will es Ihnen auch gerne beweisen. Geben sie mir mal einen Finger.“ Zaghaft hielt der Lieferant dem Vampir den Zeigefinger hin. Der Vampir biss hinein und saugte etwas Blut aus dem Finger. „Wahrhaftig, ein echter Vampir!“, rief der Mann und wischte seinen Finger ab. Dann fragte er: „Was kann ich für Dich tun, kleiner Vampir?“ „Hier in diesem Supermarkt wird etwas verkauft, dass aussieht, wie Blut, aber es schmeckt nicht wie Blut.“, erwiderte der Vampir und hielt dem Mann die Glasflaschen hin. Dieser betrachtete den Schriftzug am Etikett und begann laut zu lachen. „Ach Du meine Güte! Vampire können wohl nicht lesen. Das ist falsches Blut, Bio-Tomatensaft.“ „Ihr Menschen seid Betrüger!“, schimpfte der vampir, zog sich seinen Umhang über und verschwand.
Der Lieferant blieb verdutzt mit den Flaschen zurück. Die bereits geöffnete Flasche trank er aus, und die original verschlossene Flasche stellte er in das Supermarktregal zurück. Das Regal war übrigens mit der Aufschrift „Bio-Obst- und Gemüsesäfte“ beschriftet.
Zu Hause konnte der Lieferant seiner Familie eine echte Halloween-Geschichte erzählen. Der Vampir jedoch, wurde nie mehr in der Welt der Menschen gesehen.


31.10.2018

Zwischen Himmel und Erde – Taulina Blumentau und ihre Freunde, eine Kurzgeschichte

Zwischen Himmel und Erde
Taulina Morgentau und ihre Freunde


Honeya Bienopolus saß auf dem Ast eines Baumes und beobachtete aufmerksam das Bienenvolk, welches gut geschützt unter dem Baum sein Haus hatte. Ein neuer Tag war angebrochen, und das Bienenvolk war kurz vor dem Ausfliegen. Dann war es auch schon soweit. Der Bienenschwarm flog aus. Flink sprang die Bienenelfe vom Ast und schlüpfte ins Bienenhaus, wo sie mit Honig gefüllte Waben vorfand. Die Aufgabe von Honeya Bienopolus war es nicht nur, die Bienen zu beschützen, sondern auch ihren Honig mit wertvoller Energie anzureichern. Dazu setzte sie sich vor den Waben auf den Boden, hielt ihre zarten Hände darüber, und ließ die Energie hineinströmen. Es würde noch eine Weile dauern, bis all die wundervollen Waben ganz und gar mit der lichtvollen Energie angereichert sein werden.
„Guten Morgen!“, ertönte von draußen eine Stimme. Da war jemand vor dem Bienenhaus, jedoch war Honeya Bienopolus gerade dabei, eine der vielen, vielen Honigwaben zu energetisieren und war in einem tranceartigen Zustand. Dann wieder von draußen: „Nanu? Niemand da heute? Die Bienchen schon alle ausgeflogen und das Fräulein Bienenelfe hat wohl verschlafen. Naja was solls, schau ich halt später nochmal vorbei.“
Der Energiestrom hatte für den Moment nachgelassen und Honeya Bienopolus kam aus der Trance zurück. Nun reinigte sie noch das Bienenhaus, ehe sie wieder nach draußen in den Wald flog, um sich etwas in der Morgensonne auszuruhen. Sie landete auf der Wiese und dachte bei sich: „Wann wohl Taulina Morgentau kommt? Das Gras ist noch ganz trocken. – oder … war da nicht was? Mir scheint, dass ich während meiner Arbeit in Trance eine Stimme draußen gehört habe. War sie das?“ Honeya Bienopolus rief: „Taulina Morgentau! Wo bist Du!?“ „Hier bin ich, Schlafmütze!“, rief Taulina Morgentau keck und kam näher. „Guten Morgen! Wieso Schlafmütze? Ich stehe immer pünktlich mit dem Bienenvolk auf und habe heute schon gearbeitet. Du jedoch Taulina bist schlampig und vorlaut. Schau Dir nur das trockene Gras an!“, hielt Honeya ihrer Gefährtin eine Moralpredigt. Taulina Morgentau wurde ganz weiß im Gesicht. „Oh, oh, entschuldigung“, stammelte sie, „ich war besorgt, weil ich Dich nicht angetroffen habe, und dann habe ich doch glatt vergessen, die Wiese vor dem Bienenhaus mit Tau zu besprühen.“ „Schon gut, liebe Taulina, aber bevor Du Dein Näschen in die Angelegenheiten anderer steckst, kehre lieber vor Deiner eigenen Stube.“ „Hab ich schon, Honeya, bevor ich aus dem Haus gehe, mach ich immer sauber.“ Honeya Bienopolus musste laut lachen und Taulina kannte sich nicht aus und fragte: „Was ist los?“ „Liebe Taulina, Du hast mich falsch verstanden, das war im übertragenen Sinne gemeint, so nach dem Motto, bevor sich jemand in die Dinge anderer einmischt, sollte er/sie sich lieber um die eigenen Angelegenheiten kümmern.“, gab Honeya zur Antwort. Taulina nickte und erwiderte: „aha, jetzt verstehe ich. Aber wieso im übertragenen Sinne? Wer muss wem Sinne übertragen? Jedes Wesen hat doch seine eigenen Sinne.“ Jetzt musste Honeya erneut loslachen und sprach: „Weißt Du was, meine Liebe? Mit der Sinnhaftigkeit von bestimmten Worten können wir uns ein Andermal beschäftigen. Jetzt lassen wir die Wortspielereien und Du machst Dich besser an die Arbeit. Ich hör ja schon wie das Gras und die Wiesenblumen nach Wasser schreien.“ „Schon gut, aber geh in Deckung, sonst wirst Du nass, liebe Bienenelfe.“ Honeya nickte Taulina zu und flog auf jenen Baum, der unter sich das Bienenhaus beherbergte. Schon bald darauf war die Wiese herrlich vom Morgentau erfrischt. Honeya Bienopolus sprang vom Baum. Sie trank etwas Tau und wusch sich mit einem nassen Blatt, welches sie als Waschlappen benutzte. Dann aß sie zum Frühstück ein Schälchen Honig. Jeden Tag bekam die Bienenelfe als Lohn und Dank für ihre Arbeit eine bestimmte Ration Honig und Blütenstaub. Honig-Blütenstaubbrei mochte Honeya besonders gerne. Meistens war sie am Morgen mit Taulina Morgentau zusammen, mit der sie meist auch das Frühstück teilte. Dabei führten sie Smalltalk.
„Was machst Du jetzt dann nach dem Frühstück?“, wollte Taulina wissen. „Bei mir steht als nächstes wieder Arbeit, in Verbindung mit Morgensport an. Ich mache einen Rundflug, um Nachschau zu halten, wo sich meine Schutzbefohlenen, die Bienen so rumtreiben. Und was machst Du?“ Taulina Morgentau seufzte und sprach: „Ach, Du kennst Doch Regina Raindrop“, Honeya nickte. „Sie wohnt jetzt in der Stadt, in einem Stadtpark. Sie und ich, wir waren immer gute Freundinnen. Schon lange hat sie mich zu sich eingeladen, aber ich mag die Stadt nicht, und nun habe ich es schon viel zu lange herausgezögert, sie zu besuchen. Ich möchte sie doch so gerne wiedersehen, und jetzt muss ich eben doch in die ungeliebte Stadt fliegen. Am Abend bin ich wieder zurück.“ „Du schaffst das schon, Taulina. Richte ihr bitte schöne Grüße von mir aus.“, erwiderte Honeya. „Mach ich. Seitdem Regina nicht mehr hier wohnt, muss ich immer selber in den Himmel fliegen, um mir bei den Wetterengeln den Tauvorrat auffüllen zu lassen. Das wird heute ein anstrengender Tag für mich, den ganzen Tag unterwegs, und dann komme ich heut Abend auch noch viel später ins Bett als sonst.“ Taulina wirkte bedrückt und Honeya überlegte, wie sie ihr helfen könnte. Sie war immerzu mit ihrem Bienenvolk verbunden. Wenn Honeya beispielsweise eine Extra-Ration Honig benötigte, musste sie zuerst die Bienenkönigin fragen und einen Grund für den zusätzlichen Honigbedarf angeben. Dies kam nicht oft vor, aber heute musste es sein, denn ihre Gefährtin Taulina Morgentau benötigte unbedingt mehr Energie für ihren Tagesausflug. Honeya Bienopolus nahm telepathisch Kontakt zum Bienenvolk, insbesondere zur Bienenkönigin auf, um ihre Bitte vorzubringen. Die Bienen erlaubten Honeya, eine zusätzliche Ration zu nehmen. Die Bienenelfe bedankte sich und sprach zu Taulina: „Warte hier einen Moment, Du bekommst von mir einen Reiseproviant, Honig, er wird Dir zusätzliche Energie schenken. Die Bienenkönigin hat es mir erlaubt.“ „Das ist sehr nett, Honeya, aber beeil Dich bitte, es ist schon höchste Zeit für mich, aufzubrechen.“ Schnurrstracks flog Honeya ins Bienenhaus, fand dort eine kleine, mit Honig gefüllte Wabe, die sehr gut als Reiseproviant geeignet war. Diese wollte sie Taulina mitgeben. Nur wenige Augenblicke später war sie zurück und sah, dass Taulina Morgentau bereits in Aufbruchstimmung war. „Taulina, hier, Dein Geschenk von den Bienen!“, rief Honeya, und überreichte ihr die Wabe. „Danke Dir, Honeya, und entschuldige bitte, dass ich so vorlaut und schlampig war.“ „Schon gut. Guten Flug, liebe Grüße an Regina Raindrop, und komm wohlbehalten zurück Taulina.“, entgegnete Honeya, ehe Taulina davonflog und noch ein „Danke!“, hinterherrief. Honeya Bienopolus sah Taulina Morgentau noch lange nach, ehe sie selbst zu ihrem allmorgendlichen Rundflug aufbrach.
Derweil im Himmel drobn: Einer der Wetterengel, Tauriel, trat vor den lieben Gott und sprach: „Oh Herr, allmächtiger Gott, ich mache mir Sorgen, um unsere Tauverteilerin im Feenwald. Es war wohl nicht die richtige Entscheidung, Regina Raindrop in die Welt der Menschen zu entsenden. Taulina Morgentau ist alleine, ohne ihre Hilfe völlig überfordert.“ Gott sah den Engel gutmütig und verständnisvoll an und antwortete: „Mein Lieber, ich verstehe Dich. Jedoch braucht es Feen und Elfen, ja, es braucht die Naturwesen bei den Menschen, sogar mehr dennje, weil sich immer mehr Menschen wieder rückbesinnen, auf die Natur, und in ihren Städten Gärten und Naturräume schaffen wollen. Das Umweltbewusstsein bei den Menschen steigt, und dies erfordert wiederum die Unterstützung der Naturgeister und Naturengel. Immer mehr Naturwesen erklären sich bereit, mit den Menschen wieder enger zusammen zu arbeiten, was ich, der Schöpfer allen Lebens sehr begrüße. Leider reden noch viele ältere Naturwesen schlecht über die Menschen, was diese Geschöpfe (die Menschen) nicht alles schlecht und falsch machen. Aber dies ist der falsche Ansatz. Diese Naturwesen haben zwar nicht unrecht, mit dem, was sie über die Menschen sagen, aber vielmehr sollten diejenigen hervorgehoben und unterstützt werden, die sich für das Wohl von Mutter Erde einsetzen.“ Tauriel hatte aufmerksam zugehört. Als Gott zu Ende geredet hatte, fragte er: „Und wie können wir Taulina Morgentau entlasten? Es ist für sie sehr mühsam, neben ihrer eigentlichen Arbeit auch noch dafür sorgen zu müssen, dass der Tau zur Erde gebracht wird. Ich habe ihr versprochen, mit Dir, Gott, Rücksprache zu halten, dass wir eine Lösung finden. Der Flug in den Himmel kostet der zarten Elfe so viel Kraft, dass sie dann auf der Erde im Wald bei der Tauverteilung schlampig und unaufmerksam ist. Bei den Menschen würde man von einem beginnenden Burnout sprechen. Also was tun?“ „Tauriel, ich überlege mir eine Lösung bis heut Abend. Danke, dass Du so fürsorglich bist, und das Du mit diesem Problem zu mir gekommen bist.“ Tauriel entgegnete lächelnd: „Gerne, Vater. Das haben Engel so an sich, dass sie fürsorglich sind. Du hast uns so erschaffen.“
Mittlerweile war es Mittag geworden. Honeya Bienopolus zog sich in ihr Zimmer im Bienenhaus zurück, um ein Bisschen auszuruhen. Lange war allerdings nicht Zeit, für das Mittagsschläfchen. Es kam Besuch. Bieniel, der Naturengel, zuständig für die Insekten, so auch für Bienen, hielt Nachschau und wollte Honeya Bienopolus sprechen. „Sei gegrüßt, liebe Honeya Bienopolus. Wie gehts Dir und Deinen Schutzbefohlenen?“, fragte Bieniel. „Soweit ganz gut, Bieniel, jedoch erzählen mir die Bienen, dass die Wiesen und Blumen derzeit Morgens nur unzureichend mit Tau versorgt werden, und heut Morgen habe ich es selbst erlebt, dass Taulina Morgentau vergessen hat, Tau auf der Wiese vor dem Bienenhaus zu verteilen. Ich mache mir Sorgen um Taulina.“ „Ja“, sprach Bieniel mit sanfter Stimme. „Es hat sich schon im Kreise der Naturengel herumgesprochen. Tauriel hat heute mit Gott darüber gesprochen, und bis spätestens Abends soll es eine Lösung geben. Ich, Bieniel habe zu Gott und Tauriel gesagt, dass ich und Dein Bienenvolk insofern helfen können, dass wir Taulina mit genug Nahrung, Honig und Blütenstaub, versorgen. Taulina Morgentau ist schon sehr schmächtig.“ Honeya nickte und gab zur Antwort: „Ich teile schon seit längerer Zeit mein Frühstück mit Taulina, weil sie ja sonst nie was zu sich nehmen würde. Ich wollte ohnehin schon die Bienenkönigin fragen, ob ich zukünftig die doppelte Ration Honig haben darf, um Taulina mit zu versorgen, heute Abend, wenn wir im Bienenhaus beisammen sitzen, werde ich es tun. Heute macht Taulina einen Tagesausflug in die Stadt, zu ihrer Freundin und früheren Kollegin Regina Raindrop, und ich habe ihr, nachdem ich von der Bienenkönigin die Erlaubnis bekam, eine Extra-Ration Honig als Reiseproviant mitgegeben.“ Bieniel erschrak. „Was hast Du eben gesagt? Sie ist unterwegs in die Stadt? Herr des Himmels, hoffentlich schafft sie den Flug hin und zurück. Um in die nächstgelegene Stadt der Menschen zu gelangen, muss sie nämlich den großen See überfliegen, welcher die Welten der Naturwesen, und die der Menschen voneinander trennt. Nur Blubbliel, der Naturengel der Gewässer könnte kurzfristig eine Brücke errichten, aber dafür ist es wohl schon zu spät. Wenn wir nur wüssten, wo Taulina gerade fliegt!“ Honeya Bienopolus vergrub ihr Gesicht in ihren Händen und murmelte: „Ach Mist, den See habe ich komplett vergessen. Hätte ich Taulina nur davon abgeraten, diesen Ausflug anzutreten. Wie dumm von mir!“ „Mache Du Dir keine Vorwürfe. Sie wollte den Besuch einfach nur hinter sich bringen, weil sie nicht gerne in der Stadt ist. Jetzt können wir nur hoffen, dass sie heil am Abend wieder zurück kommt.“, erwiderte Bieniel, ehe er sich verabschiedete und versprach, am nächsten Morgen gleich nach dem Rechten zu sehen.
Langsam wurde es Abend. Die glühende Sonne versank hinter den Bergen des Feenlandes. Taulina Morgentau war gerade auf dem Weg zurück in den Feenwald, flog gerade über dem großen See. Eine Brücke über den gesammten See zu errichten, hätte Blubbliel, der Naturengel der Gewässer in so kurzer Zeit nicht geschafft, aber er bat Libella Regenbogen darum, Taulina Morgentau im Notfall zu helfen. Libella Regenbogen ist eine Fee, eine Vermittlerin und Verbündete, zwischen den Naturreichen im Wasser und an Land und erscheint, wie ihr Name schon sagt, als bunte Libelle.
Als Taulina Morgentau eine Weile über dem See flog, verließen sie langsam die Kräfte. „Ich kann bald nicht mehr! Ich muss irgendwo landen und Rast machen. … Aber wo nur? Nichts als Wasser.“, Dachte sie bei sich. Da tauchte plötzlich wie aus dem Nichts eine Insel mit Seerosen im Wasser auf. „Oh, was für ein Glück!“, jubelte Taulina, näherte sich der Insel, strich über die Blütenblätter einer der Seerosen und bat darum, auf ihr landen und rasten zu dürfen, was auch genehmigt wurde. Beinahe wäre Taulina während der Landung ins Wasser gefallen, aber jemand hielt sie fest, bis sie sicher auf der Seerose Platz genommen hatte. „Grüß Dich, Taulina Morgentau. Ich bin Libella Regenbogen und wurde Dir vom Naturengel der Gewässer, Blubbliel zur Seite gestellt, falls Du Hilfe brauchst. Es kommt auch gleich jemand, der Dich sicher nach Hause bringen wird. „Hab Dank, liebe Libella Regenbogen. Wer kommt mich abholen?“ Libella Regenbogen wollte gerade antworten, da hörte man ein rauschen in der Luft, und wenig später landete ein Schwan auf dem Wasser, direkt neben Taulina Morgentau. „Oh, ein Schwan!“, rief Taulina erfreut aus. Libella Regenbogen lächelte. „Ja, er wird Dich nach Hause bringen. Blubbliel hat ihn für Dich gesandt. Steige auf seinen Rücken, es ist höchste Zeit, dass Du nach Hause kommst. Schon bald wird es ganz dunkel sein.“ Taulina nickte, erhob sich von der Seerose, strich sanft ihre Blütenblätter glatt und schwebte auf den Schwan zu, landete geradewegs auf seinen Rücken. Nun konnte es losgehen, der Schwan erhob sich in die Lüfte, und es dauerte nicht lange, da ließen sie den See zwischen den Welten hinter sich. Kurz bevor es endgültig dunkel war, landete der Schwan mit Taulina Morgentau an einer Waldlichtung, wo Honeya Bienopolus und Engel Tauriel bereits auf sie warteten. „Endlich, da bist Du ja!“, rief Honeya erfreut aus und schloss die erschöpfte Taulina in ihre Arme. Kurz nachdem der Schwan Taulina sicher auf dem Waldboden abgesetzt hatte, flog er mit einem Rauschen wieder davon. Tauriel ergriff das Wort: „Liebe Taulina, Du wirst für ein paar Wochen ins Naturengelzentrum gebracht. Dort gibt es eine Abteilung, wo sich erschöpfte Naturwesen ausruhen, auftanken, und regenerieren können. In der Zeit, wo Du nicht da bist, werde ich Deinen Dienst übernehmen. Gott hat mich darum gebeten. Zudem habe ich erfahren, dass in der Schule des Naturengelzentrums gerade eine Ausbildung läuft, für Naturwesen, die sich dazu entschieden haben, in den Städten der Menschen unterstützend zu wirken. In wenigen Wochen werden die ersten, sogenannten Stadt-Naturwesen ausgebildet sein, und es kann dann durchaus sein, dass Regina Raindrop wieder hierher zurück kommt, um wieder mit Dir zusammen zu arbeiten. Es wird alles gut.“ Während Tauriel die tröstenden Schlussworte sprach, strich er Taulina Morgentau sanft durchs Haar. In diesem Moment brach es aus ihr heraus, Taulina Morgentau weinte bitterlich, so viele Tränen, dass man meinen könnte, es wären Tautropfen. All das, was sich in ihr angestaut hatte, kam jetzt heraus. Während Tauriel ihr noch immer beruhigend übers Haar strich, nahm Honeya Bienopolus Taulina in den Arm.
Honeya hatte gar keine Zeit mehr, sich mit Taulina über den Stadtausflug zu unterhalten. Taulina Morgentau wurde gleich, nachdem sie sich wieder etwas beruhigt hatte, mitgenommen, und ins Naturengelzentrum, in die vorgesehene Abteilung gebracht. Jeden Tag versorgte Engel Tauriel wie versprochen den Wald mit Tau und überbrachte der fleißigen Bienenelfe immer wieder Grüße von Taulina Morgentau. Wenige Wochen später kam Regina Raindrop in den Wald zurück, da eine der neu ausgebildeten Stadtfeen in die Stadt geschickt wurde, um Regina Raindrop‘s Aufgaben dort im Stadtpark zu übernehmen. Und da es noch etwas länger dauerte, bis Taulina Morgentau wieder ganz regenerriert war, arbeiteten Engel Tauriel und Fee Regina Raindrop als Team zusammen. Er lieferte ihr jeden Morgen den Tau vom Himmel, und sie verteilte ihn im Wald. Für Taulina Morgentau war es allerdings eine Überraschung, sie wusste noch gar nichts davon, dass Regina Raindrop wieder im Wald war. Taulina sollte erst davon erfahren, wenn sie von ihrer Erholungskur aus dem Naturengelzentrum wieder auf die Erde kam.
Schließlich war es soweit, Taulina konnte aus der Kurabteilung des Naturengelzentrums entlassen, und von Engel Tauriel zurück zur Erde, in den Feenwald gebracht werden. Inzwischen war es Herbst geworden, wobei die Luft noch mild war. Im Feenwald wurde nach der Ankunft von Taulina Morgentau ein großes Fest gefeiert. Die größte Überraschung für Taulina war aber nicht das Fest, sondern, dass Regina Raindrop tatsächlich wieder in den Wald zurückgekehrt war. Das war ein freudiges Wiedersehen, und ein freudiges Fest.
Nach dem Fest hieß es Abschied nehmen von Honeya Bienopolus. Über den Herbst und Winter verweilt die Bienenelfe im Naturengelzentrum, um sich zu erholen, Energiereserven aufzufüllen, damit sie ab dem nächsten Frühjahr wieder ganz und gar für ihre Schützlinge, die Bienen da sein kann.
Zwischen Himmel und Erde wirken und harmonieren die Lichtwesen und Kräfte der Natur. Dies ist nun das Ende einer abenteuerlichen Feengeschichte.


02.08.2018

Das Tannenkind – eine Kurzgeschichte

Das Tannenkind – eine Kurzgeschichte

Es waren einmal eine Mutter, und ihre kleine Tochter. Sie lebten bescheiden in einem Kleinen Häuschen mit Garten. So lange es Obst und Gemüse im Garten gab, verkaufte die Mutter das Meiste davon am Markt. Im Winter jedoch, wenn alles weiß war, verkaufte sie selbstgestrickte und genähte Sachen.
Das kleine Mädchen, namens Maja liebte es, Bilder zu zeichnen. Die Kleine Maja war für ihr zartes Alter von 5 Jahren schon sehr talentiert.
Eines Tages, an einem kalten Wintertag, die Mutter strickte, während Maja, wie so oft, ihrer Lieblingsbeschäftigung nachging, dem Zeichnen. “Mutti, ich hab heut Nacht von einem niedlichen, kleinen Tannenbaum geträumt. So einer wäre genau richtig für uns, als Weihnachtsbaum. Soll ich ihn zeichnen, damit Du ihn auch sehen kannst?”, fragte Maja, zur Mutter gewandt. Diese sah die strahlenden Augen des Kindes und gab lächelnd zur Antwort: “Ja, gerne, mein Schatz.” So begann Maja voller Eifer zu malen und es dauerte nicht lange, da war die Zeichnung fertig. Stolz hielt das Mädchen seiner Mutter die Zeichnung hin und meinte: “Schau Mutti!” Staunend betrachtete die Mutter die Zeichnung. Dann meinte sie: “Ja, schön wäre es, wenn man so einen niedlichen kleinen Tannenbaum kriegen könnte. Aber die meisten Christbäume sind so groß, leider. Weißt Du, mein Liebes, viele Menschen haben leider verlernt, sich mit kleinen Dingen im Leben zufrieden zu geben. Die kleinen Freuden des Lebens können in Wahrheit etwas ganz großes sein.” Fragend sah das Kind seine Mutter an und meinte: “Das versteh ich nicht.” “Schau, Maja, nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel: Dieser kleine Tannenbaum, von dem Du geträumt hast, den es vielleicht irgendwo da draußen in der Natur gibt, ist in Wahrheit etwas ganz wertvolles, weil er ein Teil der großen Schöpfung Gottes ist. Oder eine kleine Blume in der Sommerwiese, ist genauso wertvoll, weil sie Teil des großen, ganzen ist. Es muss nicht immer alles riesig und groß sein, auf die Kleinen, und doch wertvollen Dinge und Momente im Leben kommt es an. Und wenn Du, meine Tochter, Dich freust, mich anlächelst, ist mir das mehr wert, als alles Geld der Welt.”
Kurz vor Weihnachten war Maja’s Mutter noch mit einem Stand am Markt vertreten. Die Leute kauften mit Freude die vielen handgemachten Sachen. Nebenan befand sich ein Christbaumstand. In der Hoffnung, den Wunsch ihrer kleinen Tochter erfüllen zu können, ging sie kurz hinüber. “Guten Tag! Wie läufts denn so, das Geschäft?”, fragte sie. Die Christbaumhändlerin seufzte: “Die großen Christbäume gehen gut, da sind kaum mehr welche da. Aber ich habe da einen glitzekleinen Tannenbaum, den will irgendwie keiner haben.”, und sie senkte den Kopf. “Darf ich ihn mir ansehen?”, fragte Majas Mutter. “Aber gerne! Wenn Sie ihn dann haben wollen, kriegen Sie das Tannenkind um den halben Preis.”, erwiderte die Händlerin. “Tannenkind, ein Lieber Ausdruck, für ein kleines Tannenbäumchen.”, dachte sich die Mutter und ließ sich den Mini-Christbaum zeigen. Als sie das Bäumchen vor sich sah, schlug sie die Hände vor dem Gesicht zusammen. Die Händlerin erschrak und fragte: “Was ist? Gefällt er Ihnen auch nicht?” “Doch, doch, gute Frau, er ist wunderschön! Aber wissen Sie, ich bin verwundert. Genau von so einem Bäumchen hat meine Tochter letzte Nacht geträumt. Sehen Sie, meine Kleine hat ihn mir aufgezeichnet.”, und die Mutter holte Maja’s Tannenbaumzeichnung aus der Tasche. “Oh, das Bild ist wunderschön! Eine talentierte Tochter haben Sie! Die wird einmal eine richtige Künstlerin! Darf ich Ihnen die Zeichnung abkaufen? Mit dem Geld können Sie noch Extra-Christbaumschmuck besorgen, und das Tannenkind schenke ich Ihnen.” “Gerne dürfen Sie das Bild kaufen, und ich danke Ihnen recht herzlich, für das Geschenk, jedoch kann ich das Bäumchen wohl nicht alleine heimwärts tragen.” “Sorgen Sie sich diesbezüglich nicht. Heut Abend könnte mein Mann das Tannenkind zu Ihnen nach Hause liefern, wenn Sie mir Ihre Adresse geben.” Die Mutter war voller Freude, verkaufte das Tannenbild an die Christbaumhändlerin, und gab ihr noch die Adresse.
Abends kam die Mutter mit jeder Menge weihnachtlicher Dinge nach Hause, und verstaute alles vorerst im Schuppen. Maja sollte noch nichts davon mitkriegen. Aufgeregt fragte das Mädchen: “Du, Mutti, wo ist meine Tannenbaumzeichnung hin? Ist ja die einzige Erinnerung, an meinen Traum, vom kleinen Tannenbaum. Mutti, wo ist sie?” “Schatz, ich habe Dein Bild am Markt verkauft. Aber sei nicht traurig deswegen, es kommt etwas viel schöneres nach.” Plötzlich war in Maja’s Augen ein Leuchten, und sie fragte: “Etwa ein echtes, kleines Tannenbäumchen?” “Das Christkind hat gesagt, ich darf Dir noch nichts verraten, mein Kind.”, antwortete die Mutter und lächelte verschmitzt.
Kurz darauf hörte die Mutter einen Wagen vorfahren. “Maja, bitte geh in Dein Zimmer.”, befahl die Mutter. “Wieso? Darf ich nicht sehen, wer da gekommen ist?”, fragte Maja. “Nein, es ist ein Bote des Christkinds. Bitte Maja, nun gehschon.”, ermahnte sie die Mutter. “Ist es ein Engel? Aber Engel brauchen ja eigentlich keinen Wagen, die können ja fliegen.”, meinte Maja noch, gehorchte dann aber und verschwand in ihrem Zimmer.
“Guten Abend, junge Frau! Hier haben Sie Ihr Tannenbäumchen!”, rief ein gut gelaunter, hochgewachsener Mann. “Guten Abend! Vielen Dank, dass Sie mir den Baum geliefert haben.”, erwiderte die Mutter. “Kein Problem. Meine Frau macht den Verkauf, und ich mache das Service, Christbäume liefern und aufstellen. Meine Frau hat Ihnen das, wie sie es nennt, Tannenkind, geschenkt und mich gebeten, es Ihnen zu bringen, was ich sehr gerne erledigt habe.” Gemeinsam trugen der Lieferant und die Mutter den Tannenbaum in die große Wohnstube, wo sie ihn aufstellten. Schließlich meinte der Christbaumlieferant: “Ihre Tochter wird Augen machen. Sie haben sie sicher erstmal in ihr Zimmer geschickt. Richtig?” Die Mutter nickte. “Sie wollte unbedingt wissen, wer da gekommen ist, und ich habe gesagt, ein Bote des Christkinds. Dann meinte sie, ob es ein Engel wäre, aber Engel können doch fliegen und brauchen keinen Wagen.” Jetzt mussten sie und der Lieferant lachen. Danach sprach die Mutter: “In gewisser Weise hat meine Kleine recht. Sie und ihre Frau sind beide Engel, Engel auf Erden. Sie haben meiner Tochter mit diesem kleinen Tannenkind, einen großen Wunsch erfüllt. Dafür bin ich sehr dankbar!”
Die Mutter verschloss einstweilen die Türe zur Wohnstube. Sie räumte, nachdem der nette Lieferant wieder gefahren war, alle Weihnachtssachen aus dem Schuppen, in die Stube. Sobald Maja schlief, wollte sie den Baum weihnachtlich schmücken.
An Heiligabend durfte Maja endlich wieder die Wohnstube betreten. “Oh!”, rief sie aus. Mit leuchtenden Augen betrachtete Maja den Christbaum, den die Mutter so wundervoll schmückte. Die Kleine meinte zu ihrer Mutter: “Jetzt versteh ich, warum dieser Bote vom Christkind, der Engel, einen Wagen gebraucht hat. Beim Fliegen kann er ja das Tannenkind nur schwer tragen.” Dann meinte Maja noch: “Oh, Tannenkind, Du bist soooo schön! Danke, liebes Christkind!”

Das war die Geschichte vom Tannenkind.
16.-17.12.2017

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Engel gehören zur Weihnachtszeit einfach dazu, und so empfehle ich von Herzen mein Gedicht zum dritten Advent, Engel der Harmonie -Zauber der Weihnacht.

Die Weihnachtspost-Engel – eine Kurzgeschichte

Jedes Jahr auf’s Neue, arbeiten die Weihnachtsengel in den himmlischen Werkstätten daran, all die vielen, von klein und groß gewünschten Geschenke fertig zu stellen. Einige Weihnachtsengel sind auch auf der Erde, auf den Weihnachts- und Adventmärkten unterwegs, und sorgen für gute Atmosphäre.
Sarah ist 9 Jahre alt. Sie wohnt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Moritz irgendwo in Österreich.
Vor gut einem Jahr startete an Sarah’s Schule das Projekt “Brieffreundschaft”, mit einer Schule in Deutschland. Dieses Austauschprojekt fördert schreiben und lesen.
In diesem Jahr möchte Sarah ihrer Brieffreundin Lea zu Weihnachten ein kleines Päckchen mit Geschenken schicken. Gemeinsam mit ihrer Schulfreundin Angela war sie am Weihnachtsmarkt, und die Mädchen konnten für ihre Brieffreundinnen wunderbare, schöne Kleinigkeiten finden.
Einen Tag, bevor dieses wunderbare Weihnachtspäckchen verschickt werden sollte, schrieb Sarah ihren Brief an das Christkind. Unter anderem schrieb sie folgenden Wunsch:
“Ich wünsche mir, dass alle Weihnachtsbriefe, Weihnachtskarten und Weihnachtspäckchen von Engeln begleitet werden, damit sie heil und sicher bei den Empfängern ankommen. Liebes Christkind, Du kannst doch sicher mit dem lieben Gott reden, und dafür sorgen, dass es auch Weihnachtspost-Engel gibt.”
Die Schutzengel sind unmittelbar mit dem Himmel verbunden, und so gab Sarah’s Schutzengel diesen Wunsch direkt an den Himmel weiter, damit er schnellstmöglich umgesetzt werden konnte. Die Schutzengel erhielten den Auftrag, besonders wichtige und dringende Wünsche ihrer Schützlinge, sofort an den Himmel weiter zu leiten.

Im Himmel fand die Idee mit den Weihnachtspost-Engeln große Zustimmung. Und aus seiner göttlichen Liebe heraus, erschuf Gott viele weitere Engel, die bei Bedarf individuell eingesetzt werden können, zum Beispiel in der Weihnachtszeit, als Weihnachtspost-Engel.

03.12.2017