Geschichte für die a.b.c-Etüden – eine Hexe und ihr Wunsch nach moderner Fortbewegung

Link zu Christianes Schreibeinladung.

3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.

Diesmal sind es die Begriffe:

Teppich

gläsern

flattern

Hexe Lindruna hatte es satt, ständig mit dem Besen durch die Gegend zu fliegen. Ja, sie wollte eine moderne Fortbewegungsmöglichkeit in der Luft.

Draußen vor ihrem Hexenhaus hörte sie im Zauberwald ein flattern. Schließlich klopfte jemand ans Fenster. Lindruna öffnete. Eine kleine Elfe kam herein. Diese wirkte zart und zerbrechlich, ja, fast gläsern.

„Du hast nach mir geschickt, liebe Lindruna?“, fragte die Elfe und nahm auf ihrer Hand Platz. Lindruna nickte und meinte: „Ja, meine Liebe. Hör Dich mal im Wald unter den Waldgeistern um, und sammle für mich Ideen, wie ich meine Art zu reisen und zu fliegen modernisieren könnte.“

„Liebe Herrin der Magie“, begann die Elfe, „umhören ist nicht mehr notwendig, denn ich habe selbst eine Idee.“

Lindruna horchte auf und sprach: „Nun denn, verrate es mir, bitte.“

„Tief im Wald leben die magischen Weberinnen. Dies sind Feen, welche ganz besondere Werke herstellen.“

„Hach, warum bin ich denn nicht früher drauf gekommen? Ja klar, ein fliegender Teppich ist für eine Hexe schon etwas sehr Modernes. Bitte fliege hin, und gib einen Teppich für mich in Auftrag. Er soll bunt, in allen Farben des Regenbogens sein. Und am Rand sollen lauter Glöckchen angebracht werden, sodass es unüberhörbar ist, wenn ich unterwegs bin.“

Gesagt, getan. Die Elfe flog zu den magischen Weberinnen, gab einen fliegenden Teppich in Auftrag, so wie ihn sich die Hexe vorstellte, und bald schon konnte Hexe Lindruna ihren alten, faden Besen gegen einen neuen, modernen und bunten fliegenden Teppich eintauschen

244 Wörter.

Winterzauber, Naturmagie, oder die Schnee-Elfe Winterhell – Gedicht

Als hätt ich’s geahnt,

dass sich heut Schnee anbahnt,

kam sie mir in den Sinn,

wo ich oft so gut

mit der Quelle verbunden bin,

die Schnee-Elfe Winterhell,

wenn Sonne auf den Schnee scheint,

dann glitzert es grell.

Statt Feenstaub,

Schneeflockentanz,

ganz und gar passend,

zum vorweihnachtlichen

Lichterglanz.

Auch, wenn hier

nicht viel Schnee fällt,

liegt ja doch

ein besonderer Zauber

über unsrer Welt.

Winterzauber,

Naturmagie,

beflügelt Geist

und Fantasie.

12.12.2019

Das Blühende Leben – Gedicht



Das Blühende Leben

In der Natur herrscht
das Blühende Leben,
Glücksfeen einen Teppich
aus Glück, Freude,
und Liebe sanft weben.
Der Wind, die Elfen, sie spielen sich
mit meinem Haar,
Meine Liebe zur Natur,
sie ist ehrlich,
bedingungslos und wahr.
Überall gedeihen sie wieder,
der Natur ihre guten Gaben,
wir dürfen uns dankbar und respektvoll
an ihnen laben.
Blumen, blühende Bäume
verströmen ihren Duft,
in der milden Maienluft.
Wolken kündigen an,
den nächsten Regen,
für die Natur,
neben des Himmels Sonnenlicht
ein erquickender Segen.
19.05.2019

Gesprochene und geschriebene Version weichen leicht voneinander ab.


Zwischen Himmel und Erde – Taulina Blumentau und ihre Freunde, eine Kurzgeschichte

Zwischen Himmel und Erde
Taulina Morgentau und ihre Freunde


Honeya Bienopolus saß auf dem Ast eines Baumes und beobachtete aufmerksam das Bienenvolk, welches gut geschützt unter dem Baum sein Haus hatte. Ein neuer Tag war angebrochen, und das Bienenvolk war kurz vor dem Ausfliegen. Dann war es auch schon soweit. Der Bienenschwarm flog aus. Flink sprang die Bienenelfe vom Ast und schlüpfte ins Bienenhaus, wo sie mit Honig gefüllte Waben vorfand. Die Aufgabe von Honeya Bienopolus war es nicht nur, die Bienen zu beschützen, sondern auch ihren Honig mit wertvoller Energie anzureichern. Dazu setzte sie sich vor den Waben auf den Boden, hielt ihre zarten Hände darüber, und ließ die Energie hineinströmen. Es würde noch eine Weile dauern, bis all die wundervollen Waben ganz und gar mit der lichtvollen Energie angereichert sein werden.
„Guten Morgen!“, ertönte von draußen eine Stimme. Da war jemand vor dem Bienenhaus, jedoch war Honeya Bienopolus gerade dabei, eine der vielen, vielen Honigwaben zu energetisieren und war in einem tranceartigen Zustand. Dann wieder von draußen: „Nanu? Niemand da heute? Die Bienchen schon alle ausgeflogen und das Fräulein Bienenelfe hat wohl verschlafen. Naja was solls, schau ich halt später nochmal vorbei.“
Der Energiestrom hatte für den Moment nachgelassen und Honeya Bienopolus kam aus der Trance zurück. Nun reinigte sie noch das Bienenhaus, ehe sie wieder nach draußen in den Wald flog, um sich etwas in der Morgensonne auszuruhen. Sie landete auf der Wiese und dachte bei sich: „Wann wohl Taulina Morgentau kommt? Das Gras ist noch ganz trocken. – oder … war da nicht was? Mir scheint, dass ich während meiner Arbeit in Trance eine Stimme draußen gehört habe. War sie das?“ Honeya Bienopolus rief: „Taulina Morgentau! Wo bist Du!?“ „Hier bin ich, Schlafmütze!“, rief Taulina Morgentau keck und kam näher. „Guten Morgen! Wieso Schlafmütze? Ich stehe immer pünktlich mit dem Bienenvolk auf und habe heute schon gearbeitet. Du jedoch Taulina bist schlampig und vorlaut. Schau Dir nur das trockene Gras an!“, hielt Honeya ihrer Gefährtin eine Moralpredigt. Taulina Morgentau wurde ganz weiß im Gesicht. „Oh, oh, entschuldigung“, stammelte sie, „ich war besorgt, weil ich Dich nicht angetroffen habe, und dann habe ich doch glatt vergessen, die Wiese vor dem Bienenhaus mit Tau zu besprühen.“ „Schon gut, liebe Taulina, aber bevor Du Dein Näschen in die Angelegenheiten anderer steckst, kehre lieber vor Deiner eigenen Stube.“ „Hab ich schon, Honeya, bevor ich aus dem Haus gehe, mach ich immer sauber.“ Honeya Bienopolus musste laut lachen und Taulina kannte sich nicht aus und fragte: „Was ist los?“ „Liebe Taulina, Du hast mich falsch verstanden, das war im übertragenen Sinne gemeint, so nach dem Motto, bevor sich jemand in die Dinge anderer einmischt, sollte er/sie sich lieber um die eigenen Angelegenheiten kümmern.“, gab Honeya zur Antwort. Taulina nickte und erwiderte: „aha, jetzt verstehe ich. Aber wieso im übertragenen Sinne? Wer muss wem Sinne übertragen? Jedes Wesen hat doch seine eigenen Sinne.“ Jetzt musste Honeya erneut loslachen und sprach: „Weißt Du was, meine Liebe? Mit der Sinnhaftigkeit von bestimmten Worten können wir uns ein Andermal beschäftigen. Jetzt lassen wir die Wortspielereien und Du machst Dich besser an die Arbeit. Ich hör ja schon wie das Gras und die Wiesenblumen nach Wasser schreien.“ „Schon gut, aber geh in Deckung, sonst wirst Du nass, liebe Bienenelfe.“ Honeya nickte Taulina zu und flog auf jenen Baum, der unter sich das Bienenhaus beherbergte. Schon bald darauf war die Wiese herrlich vom Morgentau erfrischt. Honeya Bienopolus sprang vom Baum. Sie trank etwas Tau und wusch sich mit einem nassen Blatt, welches sie als Waschlappen benutzte. Dann aß sie zum Frühstück ein Schälchen Honig. Jeden Tag bekam die Bienenelfe als Lohn und Dank für ihre Arbeit eine bestimmte Ration Honig und Blütenstaub. Honig-Blütenstaubbrei mochte Honeya besonders gerne. Meistens war sie am Morgen mit Taulina Morgentau zusammen, mit der sie meist auch das Frühstück teilte. Dabei führten sie Smalltalk.
„Was machst Du jetzt dann nach dem Frühstück?“, wollte Taulina wissen. „Bei mir steht als nächstes wieder Arbeit, in Verbindung mit Morgensport an. Ich mache einen Rundflug, um Nachschau zu halten, wo sich meine Schutzbefohlenen, die Bienen so rumtreiben. Und was machst Du?“ Taulina Morgentau seufzte und sprach: „Ach, Du kennst Doch Regina Raindrop“, Honeya nickte. „Sie wohnt jetzt in der Stadt, in einem Stadtpark. Sie und ich, wir waren immer gute Freundinnen. Schon lange hat sie mich zu sich eingeladen, aber ich mag die Stadt nicht, und nun habe ich es schon viel zu lange herausgezögert, sie zu besuchen. Ich möchte sie doch so gerne wiedersehen, und jetzt muss ich eben doch in die ungeliebte Stadt fliegen. Am Abend bin ich wieder zurück.“ „Du schaffst das schon, Taulina. Richte ihr bitte schöne Grüße von mir aus.“, erwiderte Honeya. „Mach ich. Seitdem Regina nicht mehr hier wohnt, muss ich immer selber in den Himmel fliegen, um mir bei den Wetterengeln den Tauvorrat auffüllen zu lassen. Das wird heute ein anstrengender Tag für mich, den ganzen Tag unterwegs, und dann komme ich heut Abend auch noch viel später ins Bett als sonst.“ Taulina wirkte bedrückt und Honeya überlegte, wie sie ihr helfen könnte. Sie war immerzu mit ihrem Bienenvolk verbunden. Wenn Honeya beispielsweise eine Extra-Ration Honig benötigte, musste sie zuerst die Bienenkönigin fragen und einen Grund für den zusätzlichen Honigbedarf angeben. Dies kam nicht oft vor, aber heute musste es sein, denn ihre Gefährtin Taulina Morgentau benötigte unbedingt mehr Energie für ihren Tagesausflug. Honeya Bienopolus nahm telepathisch Kontakt zum Bienenvolk, insbesondere zur Bienenkönigin auf, um ihre Bitte vorzubringen. Die Bienen erlaubten Honeya, eine zusätzliche Ration zu nehmen. Die Bienenelfe bedankte sich und sprach zu Taulina: „Warte hier einen Moment, Du bekommst von mir einen Reiseproviant, Honig, er wird Dir zusätzliche Energie schenken. Die Bienenkönigin hat es mir erlaubt.“ „Das ist sehr nett, Honeya, aber beeil Dich bitte, es ist schon höchste Zeit für mich, aufzubrechen.“ Schnurrstracks flog Honeya ins Bienenhaus, fand dort eine kleine, mit Honig gefüllte Wabe, die sehr gut als Reiseproviant geeignet war. Diese wollte sie Taulina mitgeben. Nur wenige Augenblicke später war sie zurück und sah, dass Taulina Morgentau bereits in Aufbruchstimmung war. „Taulina, hier, Dein Geschenk von den Bienen!“, rief Honeya, und überreichte ihr die Wabe. „Danke Dir, Honeya, und entschuldige bitte, dass ich so vorlaut und schlampig war.“ „Schon gut. Guten Flug, liebe Grüße an Regina Raindrop, und komm wohlbehalten zurück Taulina.“, entgegnete Honeya, ehe Taulina davonflog und noch ein „Danke!“, hinterherrief. Honeya Bienopolus sah Taulina Morgentau noch lange nach, ehe sie selbst zu ihrem allmorgendlichen Rundflug aufbrach.
Derweil im Himmel drobn: Einer der Wetterengel, Tauriel, trat vor den lieben Gott und sprach: „Oh Herr, allmächtiger Gott, ich mache mir Sorgen, um unsere Tauverteilerin im Feenwald. Es war wohl nicht die richtige Entscheidung, Regina Raindrop in die Welt der Menschen zu entsenden. Taulina Morgentau ist alleine, ohne ihre Hilfe völlig überfordert.“ Gott sah den Engel gutmütig und verständnisvoll an und antwortete: „Mein Lieber, ich verstehe Dich. Jedoch braucht es Feen und Elfen, ja, es braucht die Naturwesen bei den Menschen, sogar mehr dennje, weil sich immer mehr Menschen wieder rückbesinnen, auf die Natur, und in ihren Städten Gärten und Naturräume schaffen wollen. Das Umweltbewusstsein bei den Menschen steigt, und dies erfordert wiederum die Unterstützung der Naturgeister und Naturengel. Immer mehr Naturwesen erklären sich bereit, mit den Menschen wieder enger zusammen zu arbeiten, was ich, der Schöpfer allen Lebens sehr begrüße. Leider reden noch viele ältere Naturwesen schlecht über die Menschen, was diese Geschöpfe (die Menschen) nicht alles schlecht und falsch machen. Aber dies ist der falsche Ansatz. Diese Naturwesen haben zwar nicht unrecht, mit dem, was sie über die Menschen sagen, aber vielmehr sollten diejenigen hervorgehoben und unterstützt werden, die sich für das Wohl von Mutter Erde einsetzen.“ Tauriel hatte aufmerksam zugehört. Als Gott zu Ende geredet hatte, fragte er: „Und wie können wir Taulina Morgentau entlasten? Es ist für sie sehr mühsam, neben ihrer eigentlichen Arbeit auch noch dafür sorgen zu müssen, dass der Tau zur Erde gebracht wird. Ich habe ihr versprochen, mit Dir, Gott, Rücksprache zu halten, dass wir eine Lösung finden. Der Flug in den Himmel kostet der zarten Elfe so viel Kraft, dass sie dann auf der Erde im Wald bei der Tauverteilung schlampig und unaufmerksam ist. Bei den Menschen würde man von einem beginnenden Burnout sprechen. Also was tun?“ „Tauriel, ich überlege mir eine Lösung bis heut Abend. Danke, dass Du so fürsorglich bist, und das Du mit diesem Problem zu mir gekommen bist.“ Tauriel entgegnete lächelnd: „Gerne, Vater. Das haben Engel so an sich, dass sie fürsorglich sind. Du hast uns so erschaffen.“
Mittlerweile war es Mittag geworden. Honeya Bienopolus zog sich in ihr Zimmer im Bienenhaus zurück, um ein Bisschen auszuruhen. Lange war allerdings nicht Zeit, für das Mittagsschläfchen. Es kam Besuch. Bieniel, der Naturengel, zuständig für die Insekten, so auch für Bienen, hielt Nachschau und wollte Honeya Bienopolus sprechen. „Sei gegrüßt, liebe Honeya Bienopolus. Wie gehts Dir und Deinen Schutzbefohlenen?“, fragte Bieniel. „Soweit ganz gut, Bieniel, jedoch erzählen mir die Bienen, dass die Wiesen und Blumen derzeit Morgens nur unzureichend mit Tau versorgt werden, und heut Morgen habe ich es selbst erlebt, dass Taulina Morgentau vergessen hat, Tau auf der Wiese vor dem Bienenhaus zu verteilen. Ich mache mir Sorgen um Taulina.“ „Ja“, sprach Bieniel mit sanfter Stimme. „Es hat sich schon im Kreise der Naturengel herumgesprochen. Tauriel hat heute mit Gott darüber gesprochen, und bis spätestens Abends soll es eine Lösung geben. Ich, Bieniel habe zu Gott und Tauriel gesagt, dass ich und Dein Bienenvolk insofern helfen können, dass wir Taulina mit genug Nahrung, Honig und Blütenstaub, versorgen. Taulina Morgentau ist schon sehr schmächtig.“ Honeya nickte und gab zur Antwort: „Ich teile schon seit längerer Zeit mein Frühstück mit Taulina, weil sie ja sonst nie was zu sich nehmen würde. Ich wollte ohnehin schon die Bienenkönigin fragen, ob ich zukünftig die doppelte Ration Honig haben darf, um Taulina mit zu versorgen, heute Abend, wenn wir im Bienenhaus beisammen sitzen, werde ich es tun. Heute macht Taulina einen Tagesausflug in die Stadt, zu ihrer Freundin und früheren Kollegin Regina Raindrop, und ich habe ihr, nachdem ich von der Bienenkönigin die Erlaubnis bekam, eine Extra-Ration Honig als Reiseproviant mitgegeben.“ Bieniel erschrak. „Was hast Du eben gesagt? Sie ist unterwegs in die Stadt? Herr des Himmels, hoffentlich schafft sie den Flug hin und zurück. Um in die nächstgelegene Stadt der Menschen zu gelangen, muss sie nämlich den großen See überfliegen, welcher die Welten der Naturwesen, und die der Menschen voneinander trennt. Nur Blubbliel, der Naturengel der Gewässer könnte kurzfristig eine Brücke errichten, aber dafür ist es wohl schon zu spät. Wenn wir nur wüssten, wo Taulina gerade fliegt!“ Honeya Bienopolus vergrub ihr Gesicht in ihren Händen und murmelte: „Ach Mist, den See habe ich komplett vergessen. Hätte ich Taulina nur davon abgeraten, diesen Ausflug anzutreten. Wie dumm von mir!“ „Mache Du Dir keine Vorwürfe. Sie wollte den Besuch einfach nur hinter sich bringen, weil sie nicht gerne in der Stadt ist. Jetzt können wir nur hoffen, dass sie heil am Abend wieder zurück kommt.“, erwiderte Bieniel, ehe er sich verabschiedete und versprach, am nächsten Morgen gleich nach dem Rechten zu sehen.
Langsam wurde es Abend. Die glühende Sonne versank hinter den Bergen des Feenlandes. Taulina Morgentau war gerade auf dem Weg zurück in den Feenwald, flog gerade über dem großen See. Eine Brücke über den gesammten See zu errichten, hätte Blubbliel, der Naturengel der Gewässer in so kurzer Zeit nicht geschafft, aber er bat Libella Regenbogen darum, Taulina Morgentau im Notfall zu helfen. Libella Regenbogen ist eine Fee, eine Vermittlerin und Verbündete, zwischen den Naturreichen im Wasser und an Land und erscheint, wie ihr Name schon sagt, als bunte Libelle.
Als Taulina Morgentau eine Weile über dem See flog, verließen sie langsam die Kräfte. „Ich kann bald nicht mehr! Ich muss irgendwo landen und Rast machen. … Aber wo nur? Nichts als Wasser.“, Dachte sie bei sich. Da tauchte plötzlich wie aus dem Nichts eine Insel mit Seerosen im Wasser auf. „Oh, was für ein Glück!“, jubelte Taulina, näherte sich der Insel, strich über die Blütenblätter einer der Seerosen und bat darum, auf ihr landen und rasten zu dürfen, was auch genehmigt wurde. Beinahe wäre Taulina während der Landung ins Wasser gefallen, aber jemand hielt sie fest, bis sie sicher auf der Seerose Platz genommen hatte. „Grüß Dich, Taulina Morgentau. Ich bin Libella Regenbogen und wurde Dir vom Naturengel der Gewässer, Blubbliel zur Seite gestellt, falls Du Hilfe brauchst. Es kommt auch gleich jemand, der Dich sicher nach Hause bringen wird. „Hab Dank, liebe Libella Regenbogen. Wer kommt mich abholen?“ Libella Regenbogen wollte gerade antworten, da hörte man ein rauschen in der Luft, und wenig später landete ein Schwan auf dem Wasser, direkt neben Taulina Morgentau. „Oh, ein Schwan!“, rief Taulina erfreut aus. Libella Regenbogen lächelte. „Ja, er wird Dich nach Hause bringen. Blubbliel hat ihn für Dich gesandt. Steige auf seinen Rücken, es ist höchste Zeit, dass Du nach Hause kommst. Schon bald wird es ganz dunkel sein.“ Taulina nickte, erhob sich von der Seerose, strich sanft ihre Blütenblätter glatt und schwebte auf den Schwan zu, landete geradewegs auf seinen Rücken. Nun konnte es losgehen, der Schwan erhob sich in die Lüfte, und es dauerte nicht lange, da ließen sie den See zwischen den Welten hinter sich. Kurz bevor es endgültig dunkel war, landete der Schwan mit Taulina Morgentau an einer Waldlichtung, wo Honeya Bienopolus und Engel Tauriel bereits auf sie warteten. „Endlich, da bist Du ja!“, rief Honeya erfreut aus und schloss die erschöpfte Taulina in ihre Arme. Kurz nachdem der Schwan Taulina sicher auf dem Waldboden abgesetzt hatte, flog er mit einem Rauschen wieder davon. Tauriel ergriff das Wort: „Liebe Taulina, Du wirst für ein paar Wochen ins Naturengelzentrum gebracht. Dort gibt es eine Abteilung, wo sich erschöpfte Naturwesen ausruhen, auftanken, und regenerieren können. In der Zeit, wo Du nicht da bist, werde ich Deinen Dienst übernehmen. Gott hat mich darum gebeten. Zudem habe ich erfahren, dass in der Schule des Naturengelzentrums gerade eine Ausbildung läuft, für Naturwesen, die sich dazu entschieden haben, in den Städten der Menschen unterstützend zu wirken. In wenigen Wochen werden die ersten, sogenannten Stadt-Naturwesen ausgebildet sein, und es kann dann durchaus sein, dass Regina Raindrop wieder hierher zurück kommt, um wieder mit Dir zusammen zu arbeiten. Es wird alles gut.“ Während Tauriel die tröstenden Schlussworte sprach, strich er Taulina Morgentau sanft durchs Haar. In diesem Moment brach es aus ihr heraus, Taulina Morgentau weinte bitterlich, so viele Tränen, dass man meinen könnte, es wären Tautropfen. All das, was sich in ihr angestaut hatte, kam jetzt heraus. Während Tauriel ihr noch immer beruhigend übers Haar strich, nahm Honeya Bienopolus Taulina in den Arm.
Honeya hatte gar keine Zeit mehr, sich mit Taulina über den Stadtausflug zu unterhalten. Taulina Morgentau wurde gleich, nachdem sie sich wieder etwas beruhigt hatte, mitgenommen, und ins Naturengelzentrum, in die vorgesehene Abteilung gebracht. Jeden Tag versorgte Engel Tauriel wie versprochen den Wald mit Tau und überbrachte der fleißigen Bienenelfe immer wieder Grüße von Taulina Morgentau. Wenige Wochen später kam Regina Raindrop in den Wald zurück, da eine der neu ausgebildeten Stadtfeen in die Stadt geschickt wurde, um Regina Raindrop‘s Aufgaben dort im Stadtpark zu übernehmen. Und da es noch etwas länger dauerte, bis Taulina Morgentau wieder ganz regenerriert war, arbeiteten Engel Tauriel und Fee Regina Raindrop als Team zusammen. Er lieferte ihr jeden Morgen den Tau vom Himmel, und sie verteilte ihn im Wald. Für Taulina Morgentau war es allerdings eine Überraschung, sie wusste noch gar nichts davon, dass Regina Raindrop wieder im Wald war. Taulina sollte erst davon erfahren, wenn sie von ihrer Erholungskur aus dem Naturengelzentrum wieder auf die Erde kam.
Schließlich war es soweit, Taulina konnte aus der Kurabteilung des Naturengelzentrums entlassen, und von Engel Tauriel zurück zur Erde, in den Feenwald gebracht werden. Inzwischen war es Herbst geworden, wobei die Luft noch mild war. Im Feenwald wurde nach der Ankunft von Taulina Morgentau ein großes Fest gefeiert. Die größte Überraschung für Taulina war aber nicht das Fest, sondern, dass Regina Raindrop tatsächlich wieder in den Wald zurückgekehrt war. Das war ein freudiges Wiedersehen, und ein freudiges Fest.
Nach dem Fest hieß es Abschied nehmen von Honeya Bienopolus. Über den Herbst und Winter verweilt die Bienenelfe im Naturengelzentrum, um sich zu erholen, Energiereserven aufzufüllen, damit sie ab dem nächsten Frühjahr wieder ganz und gar für ihre Schützlinge, die Bienen da sein kann.
Zwischen Himmel und Erde wirken und harmonieren die Lichtwesen und Kräfte der Natur. Dies ist nun das Ende einer abenteuerlichen Feengeschichte.


02.08.2018

Gedicht, magischer Ausflug ins Elfenland

Magischer Ausflug ins Elfenland


Komm, gib Raum
Deinen Träumen,
komm und lass uns
nichts versäumen.
gib mir Deine Hand,
folge mir
ins Elfenland.
Ja, lass uns tanzen,
für die Natur,
die Tiere und die Pflanzen.
Menschenkind, folge mir
ins Elfenschloss,
oh meine Freude
sie ist so riesengroß!
Lass uns singen,
ein Lied für die Liebe
und den Frieden erklingen.
Oh Mensch, fühlst Du
die Verbundenheit?
Genieße ein Bisschen
magische Zeit.
Es ist einfach wunderbar,
im Saal da wartet sie,
die ganze Schar,
alle, die Du aus den Märchen kennst,
Elfen, Feen,
Kobolde, Zwerge,
und wie Du sie sonst noch
alle nennst.
Sie alle, hör nur,
sie rufen Dir zu:
„Menschenkind,
willkommen bist Du.“
Tauche ein,
in eine magische Welt,
sie ist noch viel schöner,
als Du sie Dir
je hättest vorgestellt.
Hier zählt es nicht, ob jemand ist
arm oder reich,
denn bei uns sind alle
Lebewesen gleich.
Reich ist nur,
wer wahre Liebe
im Herzen fühlt,
und nicht gar jemand,
der in seinen Geldtaschen wühlt.
Und musst Du wieder
in die Menschenwelt zurück,
nimmst Du trotzdem
etwas mit in Dir,
von all der Magie,
und all dem Glück.
Du musst die Magie
nicht länger entbehren,
kannst jederzeit
in unser Reich zurückkehren.
Diese Einladung steht,
auch wenn für jetzt im Moment
diese Reise hier
zu Ende geht.


12.05.2018

Frühling

Frühling

Hörst Du das Bimmeln
und das Läuten?
Oh, was hat das
zu bedeuten?
Schneeglöckchen und Märzenbecher
strecken ihre Köpfe
aus der Erde heraus,
Blumenelfen rufen keck:
„Winter, Deine Zeit ist nun
langsam aus!“.
Die Schneeglöckchen
läuten den Frühling ein,
alle sehnen sich nach Wärme, Blumenduft
und Sonnenschein.
Hörst Du, wovon
die Vögel singen?
Sie wollen die frohe Botschaft
des nahenden Frühlings
überbringen.

19.03.2018